2.Quellen und Literatur

Neben vielen kleineren verstreuten Nachrichten geben uns vier Hauptquellen genauere Auskunft über die Schlacht. Ein Schlachtteilnehmer, Ott Ostmann aus Nabburg, konnte, bevor er seinen Verwundungen erlag, ein Gedicht verfassen: "Vom Hussenkrieg ein gesang". Dieses Lied gibt bei genauem Hinsehen detaillierte Angaben über die Geschehnisse vor der Schlacht und über ihren Verlauf.

Der Landesfürst, der die Schlacht anordnete, der Wittelsbacher Pfalzgraf Johann stiftete nach der Schlacht einen Gedenkgottesdienst mit Prozession; die vorzunehmenden Feierlichkeiten, die Namen der Gefallenen und die einiger wichtiger adliger Mitstreiter waren auf einem "Gedächtniszettel" verzeichnet, diese Aufzeichnungen wurden später für eine hausinterne Gerichtsverhandlung der Wittelsbacher abgeschrieben, und so blieb ihr Inhalt erhalten.

Der kurze Bericht des Andreas von Regensburg in der "Chronica Baioariorum" wurde offensichtlich unmittelbar nach der Schlacht verfasst.

Eine neuentdeckte Quelle, der zeitgenössisch Kupferstich aus dem Louvre mit dem Titel "Die Grosse Schlacht" zeigt nicht nur, wie wichtig die damaligen Zeitgenossen den einzigen Sieg über die Hussiten nahmen, er verdeutlicht auch die Rolle des Schlachtenlenkers in der Pfalzgraf Johann sich sah; der Stich erzählt uns in Form einer fortlaufenden Bildergeschichte die Ereignisse, nicht fotografisch genau, sondern so gefärbt, wie der Auftraggeber sie sah; das Bild gibt darüber hinaus wichtige Hinweise über Bewaffnung und Bekleidung im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts. Erstaunlich genug aber am Bildnis, dass in der ritterlichen Welt des ausgehenden Mittelalters der Krieg in seiner entsetzlichen Form dargestellt wird: Jeder tötet jeden, Leichenfledderer durchstreifen das Schlachtfeld nach Beute, und verstümmelte Leichen werden von Kötern angefressen. Mit ergreifendem Realismus werden die Greuel dargestellt.

Bisher wurde meines Erachtens keine bessere Arbeit über die Schlacht verfasst als das Buch von Dr. Karl Winkler "Die Schlacht bei Hiltersried im Jahre 1433", wenn man von der vom Zeitgeist geprägten Einleitung absieht
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